Sei ehrlich!

Heute mal kein Text, sondern ein Kurzinterview ohne viel Nachdenken, sondern Spüren, sodass mal eine andere, tiefer liegende Instanz in mir zum Schreiben kommt. Hier ist also das Kurzinterview mit meinem höheren Selbst. Geführt von meinem Ich.

Ich bereue…

…dass ich immer wieder vergesse zu leben. Ich bin damit beschäftigt ständig beschäftigt zu sein. Sogar im Schlaf.

…dass ich mein Leben in to do’s und produktive Einheiten zerstückle, anstatt jeden Tag als unwiederbringliches Universum für sich zu begreifen.

…mich nicht früher selbst geliebt zu haben.

…mir immer noch auf die Lippen zu beißen, wenn Kontexte, Menschen oder Situationen um mich herum mich zu erschlagen drohen mit ihrem Hass, Neid und weiteren Ego-zentrierten Stimmungen

…die Hüfthose Silvester 2000 mit obendrein kaputtem Reißverschluss, sodass jeder bei meinem pseudo-selbstbewussten catwalk im hippen Jugendlokal (= Låvnttåler Dorfrumpsn) meinen total seriösen roten Slip mit den Ponys bewundern durfte.

Ich schäme mich…

….die mühevoll aufgebauten Ressourcen und wirtschaftlichen Gegebenheiten, die ich meinen Großeltern und allen Menschen dieser Generation zu verdanken habe, unzureichend wertzuschätzen, zu verschwenden oder zu meinem eigenen Vorteil auszubeuten und unachtsam mit natürlichen Ressourcen umzugehen.

…manchmal Österreicherin zu sein, weil ich meine Scheuklappen aufhabe, wenn politische oder menschenrechtliche Themen wie z. B. Migrationskrise angesprochen werden (dazu in einem der nächsten Artikel gerne mehr).

….mich in einem Weltschmerz zu verlieren und einer Opferhaltung auszuliefern, die rein in meinem Universum konstruiert wurde, aber wenig den tatsächlichen Gegebenheiten um mich herum entspricht. Denn wenn ich grad jetzt nach links und rechts schaue, sehe ich ein herrlich duftendes koffeinhaltiges Heißgetränk in meiner Lieblingskätzchen-Tasse und die frisch wuchernden, duftenden Kräuter in meinem Indoor-Setzkästchen. Ich habe kein Problem. Es geht mir gut. Meine innere Realität aber hält mich auf Trab mit all den unerledigten To do’s auf meiner Liste, einem permanent latenten Mangelgefühl auf verschiedensten Ebenen und dem Gefühl von zu wenig geleistet haben.

Wenn ich könnte wie ich wollte…

…würde ich so viel mehr von so vielen tollen, spaßigen Dingen tun.

…würde ich so viel weniger von den destruktiven, negativen Dingen tun.

….würde ich schreiben, photographieren und singen ohne groß die Worte meiner Großmutter „Lern was anständiges. Geh Geld verdienen.“ in meinem Innenohr nachhallen zu lassen. Selbst Jahre nach ihrem Tod ist dieser Satz fester Bestandteil meines Selbstkonzeptes. Aber wer weiß wie lange noch, bin ich doch dabei dieses weiter zu entwickeln.

Ich bin…

…Ausländerin. Fast überall auf der Welt. Nur nicht in Österreich.

…manchmal unsicher, manchmal wild entschlossen, ein andermal sehr ängstlich und ohne Fokus, dann wieder voller Ehrgeiz oder übermütig. Weil das Ausdruck meiner Persönlichkeit ist und alle Anteile sein dürfen.

….ganz sicher nicht mehr zu allen Menschen so nett, lieb, brav und süß, dass mir der raffinierte Zucker schon fast beim Hintern wieder rauskommt. Das zahlt sich nur für einen feinen, ausgewählten Kreis an Lieben aus. Das heißt nicht, an anderen Menschen gegenüber ein asshole deluxe sein zu müssen, sondern nur, das Herz nicht jedem am Silbertablett zum Businessfrühstück mit lauwarmer Eierspeise und Händeschüttlern zu servieren. Ich wollte es nur nochmal gesagt haben, damit ich das selber nicht vergesse.

Meine Religion…

…Liebe, Frieden, Eis, Glitzer, Sternenstaub, Einhornpower.

…den Menschen sehen, der gerade jetzt vor mir steht, sitzt, lacht, grunzt.

…Annehmen was ist.

…Erkennen, dass das Leben ist.

Mein Geburtsort…

….Erde (St. Andrä im Lavanttal)

Rasse…

…Mensch.

Politische Haltung…

…selbstständig – frei – menschenfreundlich – liebend.

Ich liebe…

…siehe Vorstellung Lady Cupcake 3/ 3 (Popcorn, Butter die Zucker küsst…)

…morgens die Augen aufzumachen und mich zu freuen, dass ich lebe, atme, sehe, höre, rieche, schmecke.

…die Zeit mit meinen Liebsten.

…mein verrücktes Hirn, dass mir mit Ally-Mc-Beal-Tagträumen immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Hast auch du Lust auf ehrlich sein? Hier gibt’s die Fragen zum Download. Nur für dich. Viel Freude beim ehrlichen Soul-Talk mit dir selbst.

4 thoughts

    1. Liebe Frau Traumenit – meine treue Leserin! DANKE auch diesmal fürs Dabeisein. Ja, ich merke auch, dass realitätsferne Annahmen über sich selbst und die Welt wie meiner (vgl. Oma’s hardcore Repertoire an negativen Geisteshaltungen zum eigenen Sein) leider in vielen Menschen schlummern.

      Beantworten wir gemeinsam diesen alten sh….für ein brighteres Selbst und mehr Freude für jeden Tag!

      Hab‘ es schön und hab‘ es gut kuschlig liebe Frau Traumenit!

      Gefällt mir

      1. Aber schon immer geschlummert haben! Habe heute mit „Vom Glück in der Natur zu sein“ von Throueau angefangen, der schon einen ähnlichen Zeitgeist wie heute beschreibt. Übrigens glaube ich, dass du das Buch lieben würdest ^^

        Gefällt 1 Person

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