Vom Ich zum Wir

..oder Warum es sich nicht auszahlt zu streiten

Hier sind wir also gelandet. Das Ich steht über den Dingen. Alleine. Bravo! Was für ein Theater! Das Ich jedes Einzelnen steht über den Dingen; steht felsenfest und unverrückbar verrückt im Weg hin zum notwendigen Wir. Dieses lautstarke Ich, dass in Wahrheit ganz klein ist, ohne Hut, das in Wahrheit doch eigentlich nur mal gehört werden will. Weil es in Wahrheit dazugehören will. Gegenwind ist gut für die Weiterentwicklung. Rückenwind jedoch hilft beim Abheben und macht lange Höhenflüge mit schönem Ausblick erst möglich. Rückenwind stärkt, nährt. Besonders, wenn er metaphorisch aus dem Munde eines kollektiven Wir strömt. Gegenwind ist mühsam, anstrengend. Kostet Kraft und viele Zinken aus der Krone, die anlässlich der Ehrung eines längst vergessenen Königreichs „ICH“ mit hochmütigem Haupte viel zu lange zur Schau gestellt wurde. Das Königreich Ich. Ich vor allen anderen.

Meine Ansicht von Welt und Realität vor der der anderen. Egal? Oder doch nicht? In jedem Fall mühsam. Ich bin müde. Dieser seltsame Planet hat was losgetreten. Der Kampf um die eine Wahrheit; er ist aussichtslos. Weil wir alle irgendwo am richtigen Ende unserer Realität stehen, während wir die Samen auf unseren Erdbällen säen, die sich in Sonnensystemen unseres kognitiven Konstruktes von Ego um sich selbst drehen, zwirbeln; sich magnetisch anziehen, dann wieder mit inneren Anteilen wie Leichtsinn, Zeitdruck oder Verrücktheit kollidieren. Nun kämpfen wir für so groß und wichtig befundene Ichs schon mit uns selbst so heftig, sind so strebsam im Hegen, Pflegen und Verteidigen unseres Ich-Erdballs im um sich selbst rotierenden Ego-Universum….und dann noch das Recht haben wollen im Dialog mit dem Gegenüber. Haben wir nicht alle Recht? Die Liebenden sind schon im Recht. Leichtfüßig tanzen sie um mich herum, vermitteln Lebenslust, Lebendigkeit, Freiheit. Ein Stück weit hab’ ich das Gefühl, sie sagen „Alles ist gut, wie es ist. Du, ich, wir.“ Liegt nicht die wahre Stärke in der Akzeptanz, in der Verschmelzung verschiedener Ansichten und Universen, statt Streit um die eine Realität?

Verschmelzung heißt nicht Verschwinden. Das Ich und das Ego haben nur Angst vor dem Tod, weil der Mensch halt Mensch ist und bleibt und weil der Tod so bitter endgültig scheint. Dabei ist die Aufgabe von Materie, das Überwinden von Ich und Ego, erst der Beginn. Der Gewinn von etwas viel Größerem. Viel viel größer, als Ich selbst, das Ich sogar mit schmuckem Krempenhut jemals hätte werden können. Im Kollektiv sind wir viel größer, viel echter, viel stärker. Wenn jeder seine Samen auf seinem Erdball – Ich – weiter sät, sich aber auch in Ruhe die Zeit nimmt für Wachstum und Reife und gleichzeitig mutig genug ist, sein Sonnensystem zu verlassen, bilden wir ein neues System. Ein Wir-Sonnensystem aus vielen bunten, schrägen, humorvollen, traurigen, besorgten, wichtigen, wütenden, bereichernden, kontroversen Ansichten von Leben. Und sie alle sind richtig und rechtens. Sie alle dürfen Leben. Lebt es sich nicht im Kollektiv schöner? Wahrlich, es lohnt sich nicht zu streiten. Denn Kampf und Widerstand hörten niemals auf….und wie schon erwähnt: Ich bin müde. So schrecklich müde.

Ich möchte lieben, lachen und weinen mit Menschen.  Nicht länger mit mir selbst, heimlich, wenn mich niemand beobachtet, mit Zeit- und Leistungsdruck im Nacken, weil ansonsten die Mauern meines lebenslänglich eifrig konstruierten Relitätskonstruktes einstürzten. Echt sein mit echten Menschen, die sich trauen, ihren Ich-Planeten mal ein Sekündchen zu verlassen und beispielsweise meinen auszuprobieren. Nur mal so, im Vorbeigehen. Nur mal so, zum Spaß. Denn nur durchs Verlassen und ehrliche Einlassen auf den Planeten des anderen, verstehen wir seine Welt, seine Vorstellung von Realität im Ansatz und schaffen Raum für Aufbruch und Integration. Sterben? Sterben muss hier niemand. Vorerst nicht. Höchstens verstaubte Vorstellungen von dem einen Recht, der einen Wahrheit des Ich. Meiner Wahrheit, die ich für Wichtiger hielt, als die der anderen. Die vielleicht, ja. Die tragen wir als W-I-R daraufhin kollektiv mit Pauken, Trompeten, Luftschlangen und frohen Liedern zu Grabe, weil sie keiner mehr braucht für diese neue Welt im Wir, wo wir in uns und auf unseren Ich-Planeten wohnen, aber ganz viel neue Samen säen und Raum schaffen für Begegnung bei friedlichen Lagerfeuern, Umarmungen, dem gemeinsamen Wort, dem interessierten Blick, dem Zuhören mit Seele, dem friedlichen nebeneinander Leben, dem freundlichen Händeschütteln, dem sanften Ja – zum Ich, dem Ja zum Wir.

Wie viel Energie verwendest du mit der Verteidigung deines ICH-Planeten? Was hilft dir, dich für das WIR zu öffnen? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!

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